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Frühjahrstreffen 2014 der Dunklen Biene Schleswig-Holstein

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    Von admin
    Kategorien: Dunkle Biene

    Frühjahrstreffen 2014 der Dunklen Biene Schleswig-Holstein

     

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    Am Samstag, den 29. März 2014 trafen sich Imkerinnen und Imker anlässlich des Frühjahrstreffens der Dunklen Biene Schleswig-Holstein dieses Mal in Bad Segeberg. Bei schönstem Frühlingswetter kamen die Teilnehmer um 15 Uhr in den Räumlichkeiten der Imkerschule Schleswig-Holstein zusammen; Hauptthema war dieses Mal die geplante Inselbelegstelle für die Dunkle Biene im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. 

    Bevor jedoch Sebastian Runge, Norderstedter Imker und Leiter des Projektes Inselbelegstelle, die Versammlung eröffnete, konnten die Teilnehmer zunächst im Bienengarten der Imkerschule einige Zuchtvölker von außen in Augenschein nehmen. Hierbei handelte es sich um Völker der Carnica, Zuchtrichtung „Segeberger Linie“ von Imkermeister Jörg Pardey. Die fünf Völker in Segeberger Beuten schienen das Frühlingswetter eilig zu nutzen, denn es war der erste Tag nach mindestens zwei Wochen, an dem Flugwetter herrschte. Somit konnten sich die Bienenvölker in bester Verfassung den Imkern präsentieren. 

    Kurz nach 15 Uhr – alle Teilnehmer waren inzwischen eingetrudelt – eröffnete Sebastian Runge, besser bekannt als „Basti“, die Veranstaltung in einem der Schulungsräume der Imkerschule Schleswig-Holstein. Es war eine stattliche Zahl an Teilnehmern zusammengekommen, was wohl an dem Thema an sich lag; selbst aus dem Schwarzwald war ein Imkerfreund extra angereist, um die Geburtsstunde der ersten staatlich geschützten Belegstelle für die Dunkle Biene mit zu erleben. 

    Basti begann sogleich mit der Vorstellung seines Projektes. Demnach steht das Projekt Inselbelegstelle kurz vor der Vertragsunterzeichung zwischen Sebastian Runge und dem Landesverband Schleswig-Holsteinischer Imker e. V., denn dieser ist laut Belegstellenverordnung des Landes Schleswig-Holstein Träger dieser Schleswig-Holsteinischen Inselbelegstellen. Demnach soll bereits ab diesem Jahr 2014 die Hallig Nordstrandischmoor als Inselbelegstelle für die Dunkle Biene dienen. 

    Nordstrandischmoor ist eine kleine Hallig im Wattenmeer (siehe Beitrag), bestehend aus 4 Warften, welche bislang den Sklenarzüchtern als Belegstelle zur Verfügung stand, doch seit einiger Zeit nicht mehr genutzt wurde. Künftig, so Basti, wird diese Belegstelle allen Züchtern der Dunklen Biene zur Verfügung stehen. Sebastian möchte dabei ganz gezielt auf die Dunkle Biene Norwegens setzen, da diese den besten Reinheitsgrad aller Dunklen Bienen zeigt und außerdem vorzügliche charakterliche Eigenschaften(z. B. Sanftmut) besitzt. Außerdem verfügt der Norwegische Imkerbund, der die Zucht dieser Biene seit Jahrzehnten koordiniert, über eines der besten Zuchtprogramme europaweit. Ein Austausch mit dem Norwegischen Imkerbund wird im Rahmen einer Zusammenarbeit angestrebt. 

    Sebastian stellte anschließend die technische Durchführung des Projektes vor. So ist es beispielsweise denkbar, dass auf der ersten Warft der Hallig, die nur 4 km vom Festland entfernt ist, die Drohnenvölker aufgestellt werden, während die Königinnen auf einer anderen, festlandferneren Warft aufgestellt werden, um so das Risiko einer möglichen Fremdpaarung mit Drohnen vom Festland zu minimieren. Weiterhin ist vorgesehen, dass auf der Hallig ausschließlich Mehrwabenkästchen aufgestellt werden, denn Einwabenkästchen erscheinen gerade in diesem rauen Klimabereich zu wenig bienengerecht und wärmetechnisch ungünstig. 

    Viele weitere interessante Dinge wurden bei dieser Vorstellung und der sich anschließenden Diskussion besprochen, die hier leider nicht alle wiedergegeben werden können. Beispielhaft seien hier Themen genannt wie die Anfahrt zur Belegstelle mit der Lore, der zeitliche und logistische Aufwand der Pflege der Belegstelle, und der zeitliche Ablauf. Demnach steht die Belegstelle von Mitte Mai bis Mitte Juli der Dunklen Biene zur Verfügung. Danach blüht der Heideflieder, den dann andere Wanderimker wegen des Honigs anwandern. 

    Sebastian erhält viel Unterstützung von Einzelpersonen (Züchtern) aus dem Buckfast- und dem Carnica-Bereich sowie vom Landesverband. Dennoch ist er für die Durchführung des Projektes vor allem auf praktische Unterstützung jeglicher Art angewiesen. Insbesondere für die von ihm angepeilte Einrichtung von Prüfständen mit jeweils 12 Völkern sucht er nach weiteren versierten Imkern, die hier mit einsteigen möchten. Jegliche Hilfe wird deshalb benötigt, und jeder, der sich in welcher Form auch immer beteiligen möchte, kann sich gerne umgehend an Sebastian Runge wenden. 

    Seine Email-Adresse lautet: srunge@freenet.de

    Dies betrifft auch eine mögliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der instrumentellen Besamung (es stehen bereits 2 Besamungsgeräte zur Verfügung) und den Aufbau einer Zuchtgruppe Dunkle Biene Schleswig-Holstein. Für diese Vorhaben absolviert Basti derzeit einen Lehrgang zur Instrumentellen Besamung sowie einen Kurs für angehende Körmeister. 

    All dies sind wichtige, aber auch arbeitsintensive Vorhaben für die nachhaltige Zucht der Dunklen Biene hier in Schleswig-Holstein. Die Teilnehmer der Veranstaltung waren begeistert, und so nahm es nicht Wunder, dass in der anschließenden interessanten Diskussion viele wichtige Dinge beleuchtet wurden. Es ist gar nicht möglich, alle wichtigen Gedanken und Ideen hier wiederzugeben. 

    Die Veranstaltung war insgesamt eine hochinteressante Angelegenheit. Der Dank geht vor allem an Sebastian Runge, der uns an seinem Projekt in offener Art und Weise teilhaben ließ. Die menschliche, freundliche und offene Art war einfach erfrischend, wie man sie nicht oft bei Imkern findet. Danke Dir, lieber Basti dafür! Und natürlich auch für den leckeren Kaffee und Kuchen! Den Teilnehmern möchte ich ebenfalls ganz ganz herzlich danken! Es war eine tolle Runde mit ausnahmslos freundlichen Imkerfreunden! Danke für die super Beteiligung und die vielen Ideen, Anregungen und Fragen! Zu guter letzt sei auch der Imkerschule recht herzlich gedankt, die uns die Räumlichkeiten vertrauensvoll zur Verfügung gestellt hat! 

    Ja, wir durften wohl die Geburtsstunde der ersten staatlich geschützten deutschen Belegstelle für die Dunkle Biene erleben. 

    Kai-M. Engfer

    Mehr zum Thema auf: Imkerforum Nordbiene